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Reichhaltige Vorgeschichte

Der Dorfverein ging aus dem 1928 gegründeten Verkehrs- und Verschönerungsverein Muri-Gümligen hervor. Dessen Gründungsidee hatte damals in engem Zusammenhang mit der Verkehrsentwicklung gestanden: das Umstellen von Pferdewagen auf Autos und der Ausbau der Strassen sollten so erfolgen, dass Muri nicht zu einem Anhängsel von Bern degradiert wurde, sondern dass es die Schönheit seiner Lage bewahren konnte. Der neue Strandweg vom Bad zur Fähre, die Fortsetzung zum Märchligen-Wasserfall, über drei Dutzend Bänke, Blumenschmuck an verschiedenen Orten und viele weitere Aktivitäten zur Verbesserung der Lebensqualität waren vom VVMG initiiert und ausgeführt worden. Der Verschönerungsverein hatte aber auch eine politische Funktion gehabt, er sollte verschiedene Vereine und Quartierleiste betreuen und gemäss Gemeindeordnung eine Verbindung zur Politik herstellen. Anfangs der achtziger Jahre waren die meisten dieser Aufgaben nicht mehr zeitgemäss, denn mit dem 1972 eingeführten Parlament hatte die Bevölkerung ein neues Instrument zur Einflussnahme erhalten und die Gemeindeverwaltung hatte sich vieler der vom Verein gepflegten Themen angenommen. Der Verkehrs- und Verschönerungsverein wurde deshalb 1981 unter der Präsidentin Susanne Künzli aufgelöst, seine Rechte und Pflichten übergab er explizit dem neuen Dorfverein Muri.


Vorausschauende Initianten

Am 26. Januar 1981 fand die Gründungsversammlung statt. Die von den Mitgliedern beschlossenen Statuten erlaubten eine bessere Ausrichtung auf die neuen Bedürfnisse der Dorfbevölkerung. Gümligen hatte übrigens parallel zum VVMG bereits 1928 seinen Dorfverein ins Leben gerufen. Der Zweck des politisch und konfessionell neutralen Dorfvereins Muri bestand vor allem darin, eine lebendige Dorfgemeinschaft zu fördern und kulturelle Aktivitäten zu unterstützen. Die Vorstands­mit­glieder rekrutierten sich anfänglich strikt aus den sieben Quartieren Dorf, Mettlen, Villette, Thoracker, Seidenberg, Kräyigen und Rossimatt. In einem gross ange­leg­ten Brainstorming entwickelte  der Vor­stand über 150 Ideen, die besten daraus wurden sukzessive realisiert. Die meisten der Anlässe konnten sich bis heute halten, wenige wurden nach verschie­denen Anläufen wieder fallen gelassen.

Wettkampf mit Plausch und Fest

Der grösste Anlass ist der Muri-Plouschlouf, er wird seit 1983 jährlich an einem Sonntag Ende Juni durchgeführt. René Walther initiierte den Lauf, er organisierte und prägte ihn mit sehr viel Engagement und Erfolg während ganzen zehn Jahren. Ohne die grosse Zahl von freiwilligen Helfern wäre seine Durchführung weder früher noch heute möglich gewesen. Start und Ziel befanden sich immer vor der Villa Mettlen, die Streckenführung wurde verschiedentlich leicht angepasst. Die Männer machten nach den ersten Jahren eine Zusatzrunde, später wurde die Attraktivität durch Rundendurchgänge vor Start und Ziel erhöht. Peter Kaech und Jürg Leimer prägten die Weiterentwicklung. Einmal gab es eine Handycap-Formel und dreimal fanden Inline-Skating-Rennen statt, die aber wegen des übermütigen Einsatzes von Kinderwagen und den vielen abzuräumenden Strohballen wieder fallengelassen wurden. Später wurde die grosse Distanz erweitert, die Kategorie Walking eingeführt und danach die Langstrecke auf genau 10 km angepasst. Naturgemäss fand der Lauf bei verschiedenstem Wetter statt, oft bei schönstem Sonnenschein, zum Teil aber auch bei strömendem Regen. Die jüngsten Teilnehmer waren drei Jahre alt, die ältesten über 66. Kinder hatte es immer viele, erst bei den Jahrgängen gegen Ende der Schulzeit nahm das Interesse in der Regel ab. Nebst dem Seriensieger Robert Bader rannte alt-Nationalrat Francois Loeb zehn Mal mit. Weitere bekannte Teilnehmer waren: Markus Ryffel, Marathon-Schweizermeisterin Elisabeth Krieg Müller, Biathlet Roland Zwahlen, Langstreckenläufer Kjetil Strömme, Pierre Triponez und Christoph Erb. Die Anzahl der Teilnehmenden stieg von anfänglich 170 auf 250, bei schlechtem Wetter sank sie auch einmal gegen 120 ab. Seit zehn Jahren sorgt die Seniorenweltmeisterin Ruth Raaflaub als äusserst kompetente Speakerin für gute Stimmung und interessante Informationen. Einen schlimmeren Unfall gab es zum Glück nie, hingegen gehörten Schürfungen und Tränen bei Kindern öfters dazu. Abgesehen von kleinen Anfangsproblemen bei der Zeitmessung konnten die Organisatoren immer ein grosses Lob entgegen nehmen. „Plausch vor Leistung“ war schon bei Beginn das Konzept, der gemütliche Teil im Mettlenpark wurde 1988 eingeführt und ist seither genauso wichtig für das Gemeinschaftsgefühl wie der sportliche Wettkampf. Verschiedenste Bands spielten auf. Als Preise gab es anfänglich Gläser und Medaillen, ab der zehnten Austragung dann die bekannten T-Shirts mit den Sujets von Oskar Weiss. Das Bild mit den Läuferfiguren wurde von ihm jedes Jahr farblich neu zusammengestellt. 2003 trug ein weisses T-Shirt das neue farbige Vereinslogo, nun sind wieder künstlerische Sujets von Oskar Weiss in der Pipeline.

Geglückte Konzerttradition

Konzerte hatten jedes Jahr einen grossen Stellenwert in den Vereinsaktivitäten, schliesslich erwähnen die Statuten explizit die Unterstützung der Kultur. Der Dorfverein organisierte zum Beispiel verschiedenste Liederabende, darunter einen Sommernachts-Jazz-Abend mit Hazy Osterwald, das Open-Air-Konzert im Schiessstand Gümligen zum Jahr der Jugend 1985 (grosser Erfolg mit Polo Hofer) und das Konzert zur Eröffnung des Mattenhofsaals 2001. Nebst solchen Musikveranstaltungen umrahmten Bands oft auch andere Vereinsanlässe. Im November 1994 fand ein Gospelkonzert mit den „Mc Donald Sisters“ in der Kirche Muri statt. Das Echo war so positiv, dass dieses Herbstkonzert in den Folgejahren mit „The Sensational Nightingales“ und den „Bill Moss Singers“ wiederholt wurde. Später konnten dank eines Sponsors die „I Salonisti“, das Original-Filmorchester der Titanic, engagiert werden. Ihr Erfolg war so gross, dass sie insgesamt vier Jahre nacheinander auftraten. Der einzige leere Platz in der Kirche war jeweils die Kanzel. Ihnen folgten das „Berner Bläserquintett“, „Tango2“ und das „Trio Artemis“.

Sonntags mit der Mutter zum Brunch

Der Dorfverein-Brunch wurde in den ersten Jahren im Restaurant Muri-Zentrum, dann im Landgasthof Sternen durchgeführt. Die Terrasse war meistens zum Bersten voll. Zehn Jahre später zügelte man ins Thorackerhaus und kurz danach ins Aarebad Muri. Da wurde der Muttertag als ideales Datum gefunden. Während einigen Jahren gelang es, den Brunch zusammen mit dem Dorfverein Gümligen zu organisieren. Als Muttertagsbrunch hat sich der Anlass seither fest etabliert, die Platzverhältnisse im Muribad und die Zu­sammenarbeit mit dem Wirt sind sehr gut.

Ausgebuchter Nachmittag für die Kleinen

Das Puppentheater hat seine Wurzeln ebenfalls im Gründungsjahr. Jahrelang wurde es von Roland Jeanneret’s RJKAS-Puppenbühne im Sternen aufgeführt, nach einem kurzen Unterbruch konnte es als Figurentheater 1990 im Bärtschihaus wieder auferstehen. Das Theater stiess jedes Jahr auf grosses Interesse bei den Kindergärtlern und ihren Geschwistern, als fast einziger Anlass war es regelmässig voll ausgebucht. Der Zauberer Beat Schauwecker trat auf, später die Theaterfrauen Bösiger / Frauchiger und Susi Fux. Seit einigen Jahren findet der Kindernachmittag im Kirchgemeindehaus Melchenbühl statt. Nur eines hat sich nie geändert: die kindergerechte Zwischenverpflegung mit Popcorn und Eistee!

Gut ist, was interessiert

Der Dorfverein organisierte anfänglich regelmässig Vorträge und Kurse. Es begann mit den Vorträgen „Üses Dorf“ und „Gesund durch das Alter“, darauf folgte die Ausstellung „Trachten aus dem Balkan“, ein Klöppelkurs und ein Rosenschnitt-Nachmittag. Grossen Erfolge hatte auch der Barbetrieb am Bärschihausfest 1982. Eine Kunstkartenserie mit Bildern von Muri wurde herausgegeben. Weitere Aktivitäten waren der „Hausfrauenkurs“ in der HACO, ein Infostand an der Gewerbeausstellung und der chinesische Kochkurs von Dieter Heiniger, der wegen Gross­an­drangs wiederholt wurde.

Besinnliches zum Advent

1989 wurde die Vortragsserie der ersten Vereinsjahre in eine Adventsfeier im Keller der Villa Mettlen umgewandelt. Unterstützung leisteten die Quartierleiste Mettlen-Villette und Halden. Im Zentrum der ersten Feier stand die Gospelsängerin Bernita Bush, mit Klavierbegleitung und literarischer Umrahmung, in späteren Jahren las die bekannte Radiosprecherin und Stimme der „sprechenden Uhr“ Susanna Enz Weihnachtsgeschichten vor. Die Besucherzahl im Mettlenkeller nahm allmählich ab, deshalb verlegte man den Anlass 1996 ins Seniorenheim Buchegg. Den dort stets über hundert Teilnehmerinnen und Teilnehmern konnte mit den besinnlichen Vorlesungen und wechselnder musikalischer Begleitung Jahr für Jahr eine grosse Freude bereitet werden. Auf Susanna Enz als Vorleserin folgte nach vielen Jahren die Geschichtenfrau Catherine von Graffenried und später der TV-Mann und Liedermacher Ueli Schmezer (er hatte schon im Gründungsjahr als Student mit viel Musiktalent den Vortrag „Üses Dorf“ umrahmt).

Fallen Gelassenes, neu Eingeführtes

In den ersten Jahren gab der Dorfverein noch regelmässig Stellungnahmen zu gemeindepolitischen Fragen ab, vor allem zu Fragen betreffend Verkehr und Umweltschutz, er wurde auch einbezogen in den zweiten Umbau der Villa Mettlen anfangs der neunziger Jahre (Übergang von der psychiatrischen Klinik Tauber zur Musikschule, Renovation der von Schutt gefüllten Keller) und in die Kommission der CH-700 und der Bern-800 Feiern (tausend Besucher/-innen auf dem Areal des Seidenberg-Schulhauses). Mitte der achtziger Jahre führte der Dorfverein den Muri-Zibelemärit im Sternen ein. Die Stimmung des Berner Zibelemärit sollte vor die eigene Haustüre geholt werden, die Idee bewährte sich aber nicht recht. Der echte Zibelemärit ist zu einzigartig, nach drei Durchführungen wurde die Idee wieder fallen gelassen. Ebenfalls einige Jahre hielt sich der Werbetag mit der Bäckerei Stalder Mitte der neunziger Jahre, diese Aktionen brachten einen guten Zulauf von neuen Mitgliedern. Heute stellt sich der Verein auf dem Internet unter „www.dorfverein-muri.ch“ vor. Relativ neu ist auch der grosse, geschmückte Tannenbaum, der zum ersten Advent vor dem Gemeindehaus aufgestellt und mit einer kleinen Standaktion mit Punsch und Gebäck „eingeweiht“ wird.

Mehr als eine statutarische Pflichtübung

Der Vorstand war immer bestrebt, durch ein attraktives Rahmenprogramm das Interesse an der Hauptversammlung zu fördern, allerdings gibt es dafür bis heute kein einfaches Erfolgsrezept. Die Anstrengungen gingen von Musikeinlagen, Theatervorstellungen, Diavorträgen und  Filmvorführungen bis zu Zauberdarbietungen, dazu kamen im Verlauf der Jahre wirklich die verschiedensten passenden Menus. Trotz alldem wurde die HV nur selten zu einem Grossanlass. In den letzten Jahren referierten bekannte Persönlichkeiten wie der ehemalige Gemeindepräsidenten Hans-Rudolf Flückiger, „Eiger-Live“-Bergsteiger Hansruedi Gertsch, SBB CEO Benedikt Weibel, Nationalbank-Präsident Jean-Pierre Roth, alt Bundesrat Kaspar Villiger und Gemeindepräsident Hans-Rudolf Saxer. Die ersten Hauptversammlungen fanden im Landgasthof Sternen statt, zum Teil in der Crêperie im Muri-Zentrum, ab 1987 wegen der da zur Verfügung stehenden Küche im neuen Thorackerhaus. Die Mitgliederbeiträge betrugen anfänglich acht Franken für Einzelmitglieder, zwölf für Familien und fünfzehn für Firmen. In zwei Schritten wurden diese Beträge auf 15.- / 20.- / 25.- angehoben, seit über zehn Jahren blieben sie konstant. Die Zahl der Vereinsmitglieder stieg allmählich von 180 auf 320 Mitte der neunziger Jahr an, seither sank sie wieder etwas ab. Bei der Gründung wurde das Vereinssignet mit Kirche, Riegelhaus und Bäumen eingeführt, vor zwei Jahren ersetzte man es durch den modernen, farbigen Schriftzug mit der angedeuteten Mauer. Die Präsidenten des Dorfvereins waren: Bruno Reinli (1981 – 1983), Jürg Zimmermann (1984), Dr. Dieter Heiniger (1985 – 1988), Dr. Laszlo Petri (1989 – 1995), Peter Kaech (1996 – 1998), Esther Rathgeb (1999 – 2000), Jean-Pierre Becher (2001 – 2002) und Caroline Chételat (seit 2003).


Ausblick

Das Umfeld für einen Dorfverein wird anspruchsvoller. Immer mehr sportliche Anlässe finden statt, grösser, moderner und ausgefallener. Die Zahl der Konzerte nimmt zu, Mega-Anlässe wie das Gurtenfestival sind „in“, wir sind vielerorts musikalisch dauerberieselt und wem das nicht genügt, der trägt einen Walkman. Auch für die Kleinen wird viel getan, die Vorkindergarten-Betreuung nimmt ständig zu, an Unterhaltung mangelt es keineswegs. Brunches sind an vielen Orten zu haben, die Adventsbeschmückung ist zu einem grossen Kommerz geworden. Jeder unserer Anlässe steht in einem Wettbewerb! Trotzdem lohnt es sich, die Traditionen des Dorfvereins sorgfältig weiter zu pflegen, denn ein Element wird von keinem Konkurrenzanlass angeboten: der Verein ist für Muri da, angesprochen ist die hiesige Bevölkerung, es geht um die eigenen Werte und um die eigene Identität. Die Statuten verpflichten den Verein darauf und der Vorstand nimmt diese Verantwortung gerne wahr. Wünschen wir also dem Dorfverein alles Gute zum Jubiläum und viel Erfolg für die Zukunft. Es kommt uns allen zu Gute!